Die Burg Henrichenburg ist Namensgeber unserer Gemeinde. Das historische Burggelände liegt in unmittelbarer Nähe zum Rhein-Herne-Kanal und der Wartburg und grenzt zudem an die Freiheitstraße.
Die erste urkundliche Erwähnung der Henrichenburg aus dem Jahre 1263 weist Arnold Ritter von Henrichenburg als Besitzer aus.
Im Jahr 1382 nahm die Familie von Düngelen die Burg in ihren Besitz. Knapp 100 Jahre später, im Jahre 1480, wurde die Burg, im Rahmen einer Erbschaft, das Eigentum von Arnold von Gysenberg. Lange Zeit befand sich die Henrichenburg im Besitz der Familie Gysenberg, erst der letzte Gysenberg hinterließ die Burg seinem Großneffen Clemens von Westerholt und es begann eine neue Ära.
Im Jahre 1775 veräußerte der Freiherr von Boenen, der durch Eheschließung das Eigentum an der Henrichenburg erlangte, die Burg für 108.000 Reichstaler an die Fürstäbtissin von Essen Fürstin Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach. Nach dem Tod der Fürstäbtissin im Jahre 1776 wurde die Burg in die Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung überführt, Besitzerin und Nutznießerin war fortan das Waisenhaus Essen-Steele. Im Jahre 1787 hatte die Henrichenburg ihre besten Jahre hinter sich und somit wurde die baufällige Burg abgerissen und dem Boden gleich gemacht.
Mehr als 200 Jahre geriet die Burg in Vergessenheit, erst im Jahre 1994 sorgte die Henrichenburg wieder für Aufsehen. Auf dem ehemaligen Burggelände sollte ein Neubaugebiet entstehen, im Rahmen der Bodenarbeiten stieß man auf das Fundament der ehemaligen Burg. Zahlreiche Relikte, alte Wasserleitungen und das Burgfundament traten zu Tage, der sagenumwobene Silberschatz der Henrichenburg wurde jedoch nicht gefunden. Vielleicht ist die Geschichte rund um den Silberschatz nur eine Legende. Der kulturell und historisch wertvolle „Burgfund“ wurde dokumentiert und das Neubauvorhaben gestoppt. Das Fundament der Burg wurde nach der Katalogisierung wieder mit Erdreich bedeckt und anschließend bepflanzt und fungiert heute als Bodendenkmal.
Das heutige Bodendenkmal besteht aus Hecken, die die Umrisse der ehemaligen Burg zeigen. Unterbrechungen und Lücken zwischen den Hecken markieren Durchgänge und Türen der ehemaligen Henrichenburg. Zusätzlich markieren drei hohe Baumgruppen die Türme des ehemaligen Burggebäudes. Umgeben ist die ehemalige Burg von einem Burggraben, das Bodendenkmal der historischen Burg kann über eine Holzbrücke betreten werden.
